Sithonía der wilde Finger


Geschichte von und über diese Halbinsel

Die Halbinsel Sithonia, die in Reiseführern als eine Symphonie in Blau und Grün, deren Vielfalt an Pflanzen und Farben kaum mit Worten zu beschreiben" sei, gelobt wird, gehört neben Kassandra im Westen und Athos im Osten zur griechischen Halbinsel Chalkidiki.
Chalkidiki, auch Halkidiki, lat. Chalcidice genannt, gehört zum griechischen Festland und damit zur Verwaltungsregion Zentral- makedonien, umfasst eine Fläche von 2918 Quadratkilometern und verfügt über eine Küstenlinie von 522 km Länge.
Der Name Chalkidiki bezieht sich auf die zahlreichen Städten, die von den Bewohnern der griechischen Inselwelt unter Führung der Stadt Chalkis seit dem 8. Jahrhundert v. Chr. angelegt wurden.


Neben Menschen aus Euböa siedelten sich auch Bottiäer auf Chalkidiki an.Chalkidiki ist bereits seit frühester Zeit besiedelt. 200.000 Jahre alte Überreste menschlicher Knochen, und zwar des Homo Heidelbergiensis wurden in Petralona gefunden. Reste vorantiker Siedlungen, die von Thrakern bewohnt waren, wurden auch auf Sithonia, in Toroni gefunden. Die frühesten Funde stammen aus dem 4. Jahrhundert v. Chr., Pfahlbauten aus der frühen Bronzezeit belegen derartig frühe Besiedlung. Nach den Perserkriegen, Mitte des fünften Jahrhunderts vor Chr. schloss sich die ganze Landschaft dem Attischen Seebund an, der sich nach der Niederlage im Peloponnesischen Krieg 404 v. Chr. allerdings wieder auflöste. Mit der römischen Eroberung Griechenlands 146 v. Chr. wurde die Chalkidiki Teil des Römischen Imperiums und fiel mit der Reichsteilung in West- und Ostrom an das spätere byzantinische Reich.
Durch die geografische Form Chalkidikis wird sie bei uns oft mit einer Hand verglichen, deren mittlerer von drei "Fingern" Sithonia bildet. Sithonia liegt in der Mitte der drei lang gestreckten Landzungen, die ins Ägäische Meer hineinragen. In Griechenland ist die Bezeichnung "Finger" allerdings kaum gebräuchlich. Hier werden die drei Landzungen mit "Füßen" bezeichnet. In der Griechischen Mythologie wurde die Chalkidiki auch "Poseidons Dreizack" genannt.
Im Westen von Sithonia liegt also Kassandra, im Osten Athos. Zwischen diesen Landzungen erstrecken sich einerseits der Toronäische Golf, Golf von Kassandra und andererseits der Singitische Golf, auch Golf von Agion Oros genannt.

Sithonia ist im Vergleich zu ihren beiden benachbarten Landzungen deutlich gebirgiger. Von Nord nach Süd durchzieht sie das Ithamos-Gebirge mit dem höchsten Gipfel Itamos von 817 m. Der gesamte Gebirgszug ist mit Kiefernwald überzogen, der sich an manchen Orten bis an den wunderschönen Sandstrand hinzieht. Sithonias Küste ist allerdings vorwiegend Steilküste, weist aber an vielen Stellen versteckte kleine Buchten auf. Sie zieht vor allem Naturliebhaber und Reisende an, die es vorziehen abseits des Touristenstroms ihren Urlaub zu verbringen.

Diese abwechslungsreiche Küstenlinie besteht aus malerischen Fischerdörfern, idyllischen kleinen Häfen, verlassenen Stränden, die von Büschen und Bäumen gesäumt sind. Neben den malerischen Dörfern mit weinumrankten Häuschen, ruhigen Landstädten wie Poligiros, bietet der Hafenort Nea Marmaras eher touristische Angebote. Wie in fast ganz Greichenland bildet die Torismusbranche ein großes wirtschaftliches Potential, besonders um Kassandra und Sithonia, deren Einmaligkeit oben bereits beschrieben wurde.



Kurven auf der Sithonía

Auch Motarradtouren erfreuen sich zunehmender Beliebtheit.

Sithonia kann von Tessaloniki aus sowohl über Nea Moudania als auch über Galatista/Poligiros erreicht werden, wobei letztere Strecke kurvenreicher ist und für Motorradfahrer eine größere Herausforderung darstellt.

Um Sithonia in ihrer ganzen Vielfältigkeit kennen zu lernen bietet sich eine Motorradtour über die 111 km lange Ringstraße an, die den mittleren Höhenzug umschließt und gut ausgebaut ist. Sie beginnt zwischen Nikiti und Agios Nikolaos und führt entlang der Küste durch alle größeren Orte um die gesamte Halbinsel herum. Ortschaften wie Sykia, Sarti und Toroni sind in den Gebirgstälern am Meer angesiedelt und lohnen sich unbedingt für eine Besichtigung. An der Südspitze der Insel lädt der große Naturhafen Porto Koufo zum Aufenthalt ein.

Das Klima Sithonias ist an den Küsten mediterran geprägt. In der Regenzeit, die von November bis Februar dauert, fällt oft ergiebiger Regen und es kann empfindlich kühl werden. Im Ithamos- Gebirge fällt sogar manchmal Schnee, der bis in den April hinein liegen bleiben kann. Im Frühling findet man Sandstrände, die mit Blüten und kleinen Gewächsen überzogen sind und in der Sommerzeit, ab Juni, wenn auch die Campingplätze geöffnet werden, übersteigen die Temperaturen oft die 30°-Marke. Die Wassertemperaturen liegen dann durchschnittlich zwischen 22° und 27°C.

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